Mittwoch, 18. Oktober 2017

Vorschau: 1. FC Normannia Gmünd gg. Sportfreunde Schwäbisch Hall

Am Samstag, 21. Oktober 2017, empfängt der FC Normannia zum 10. Spieltag der Verbandsliga Württemberg die Gäste aus der Salzsiederstadt. Anpfiff der Begegnung gegen die Sportfreunde Schwäbisch Hall ist 15:30 Uhr im Normannia-Stadion.

Der Schwerzerclub ist hierbei in der dankenswerten Situation, jetzt mittlerweile 7 Punktspiele in Folge ungeschlagen zu sein. Eine Leistung, auf die Trainer Holger Traub durchaus mit Stolz blicken kann. Zuletzt war Normannia in der Saison 2014/15, die mit dem 4. Platz abgeschlossen wurde, in der glücklichen Lage, vom 23. Spieltag an 8 Punktspiele in Folge ungeschlagen zu sein, und mit den ersten beiden Spielen der Folgesaison konnte dies gar auf 10 Punktspiele ausgebaut werden. Ein Grund zur Zufriedenheit ist indes nicht gegeben. Sämtliche drei Saisonsiege wurden auf fernem, fremden Platz errungen. Verständlich, dass Traub nun auch dem heimischen Publikum eine "Drei-Punkte-Landung" bescheren möchte.

Anders die Gäste aus Schwäbisch Hall. Vier Spiele in Folge hagelte es Niederlagen, der einzige Saisonsieg datiert vom 9. September Zuhause gegen Favorit Calcio Leinfelden-Echterdingen, und es ist klar, dass sich die Sportfreunde die Saison ganz anders vorgestellt haben. Mit Petar Kosturkov, der am Samstag noch als Verantwortlicher des BV Cloppenburg einen 2:1-Heimsieg in der Oberliga Niedersachsen über Traditionsverein Arminia Hannover feiern durfte, steht diese Woche ein neuer Trainer am Spielfeldrand.

Rückpass nach Albstadt. 


Bei unseren Freunden des FC 07 Albstadt tat sich die Schwerzer-Elf gewohnt schwer. Die knapp 200 Zuschauer im Albstadion sahen zwei Mannschaften auf Augenhöhe, was nicht zwangsläufig ein Kompliment sein muss, denn sonderlich verwöhnt wurden sich nicht. Albstadt hätte ein Unentschieden durchaus verdient gehabt, indes bin ich weit davon entfernt, einen minoischen Klagegesang anzustimmen: zu wichtig sind diese drei Auswärtspunkte in der Saison des Umbruchs. Das der Sieg aus einen durch Akbaba verursachten Handelfmeter resultierte, den "Bobo" Mayer souverän verwandelte, ist dabei nur ein Schönheitsfehler. Auch oder gerade erst solche zähen Spiele wollen gewonnen sein. Nicht vergessen sollte man, dass in der 35. Minute gleich zwei Normannia-Spieler, Felix Bauer und Kapitän Stephan Fichter, vollkommen unbedrängt und mutterseelenallein im Strafraum standen. Die Flanke von Mayer kam auf Felix Bauer, und der entschied sich für "Köpfchen", was für FCA-Keeper Mario Aller mit einem "Puh, Glück gehabt!"völlig ungefährlich endete. Zeit genug wäre gewesen, den Ball mit dem Fuß ins Netz zu befördern und den Heimtorwart noch zu fragen, wo er ihn denn gerne hin hätte. Ein zäher Sieg in einem unspektakulären 0:0-Spiel, aber dennoch verdient. Holger Traub äußerte sich demnach auch in der Pressekonferenz zufrieden, wie die Mannschaft trotz Ausfällen ins Spiel ging. Nachholbedarf hingegen herrscht beim Konterspiel der Normannia, dass Traub als "schlampig" bezeichnete. Wir hoffen doch, dass diese Schlampigkeit bis Samstag ausgebügelt werden kann und ich drücke natürlich dem FC 07 Albstadt weiterhin ganz fest die Daumen für die kommenden Spiele.

In the search of the beautiful Game - in Albstadt suchte man es lange


Flanke auf Samstag. 


Für Schwäbisch Hall hat bereits der Abstiegskampf begonnen, 7 Punkte liegt man im Augenblick auf den ersten Nichtabstiegs- bzw. Relegationsplatz zurück. Petar Kosturkov, der diese Woche das Amt von Interimscoach Jürgen Kern übernommen hat, ist kein Unbekannter in der Verbandsliga Württemberg. Schließlich hat der 48-jährige zusammen mit Peter Kettemann den TSV Ilshofen in der vergangenen Saison auf Platz 3 geführt. Das Kosturkov seinen neuen Club BV Cloppenburg bereits wieder verlässt, ist der Entfernung zum Oldenburger Münsterland geschuldet. Die Verantwortlichen der Sportfreunde sind mit der aktuellen Platzierung und den vier Punkten aus neun Spielen alles andere als zufrieden, und mit dem zur Verfügung stehenden Kader erwartet man am Kocher schlicht mehr. Gewiss nicht zu unrecht, wie ein Blick auf Namen wie Gökdemir verraten. Dieser erzielte 2 der bislang 7 Saisontore, weitere zwei Treffer steuerte Serdal Kocak bei, für je einen Treffer zeichnen sich Maximilian Eiselt und Steffen Engelhardt verantwortlich. Den letzten Treffer spendierte am vergangenen Samstag Pfullingens Fatih Özge als Gastgeschenk.

Angeschlagen, aber garantiert nicht angezählt. Man darf nicht unterschätzen, dass Torjäger Serdal Kocak seit dem 9. September 2017 gesperrt ist, und diese Sperre wird auch am Samstag gegen Normannia noch nicht abgesessen sein. Just vom 9. September resultiert auch der bislang einzige Saisonsieg der Schwarz-Blauen, und Kocak trug mit einem Tor zum 2:0-Sieg über Calcio Leinfelden-Echterdingen bei. Von den 50 Treffern der Sportfreunde in der Verbandsligasaison 2016/17 erzielte Kocak immerhin 21. Er war damit hinter Benjamin Kurz vom TSV Ilshofen und Mario Marinic von der TSG Backnang Fußball der erfolgreichste Verbandsliga-Goalgetter der vergangenen Saison. Sein Fehlen ist daher eine nicht zu unterschätzende Belastung für den Club. Dennoch sollte man bei Normannia nicht den Fehler begehen, die Sportfreunde zu unterschätzen. Wenn sich alte Binsenweisheiten bewahrheiten, dann kehren neue Besen (aka Kosturkov) besonders gut und ein mit dem Rücken zur Wand stehender Gegner fightet besonders hingebungsvoll.  Den Normannen könnte daher am Samstag durchaus ein heißer Tanz erwarten, weniger Walzer sondern eher ein ausgepowertes Staccato - bei Bedarf einfach die Filmmusik der Rocky-Filme auflegen. Schwäbisch Hall hat sich einfach gegen Schwäbisch Gmünd in der Vergangenheit stets von einer auflaunigen Art gezeigt. Ich rechne daher am Samstag mit einem Flamenco und eingestreuten Breakdance-Einlagen. Für die Normannia ist es dennoch die Gelegenheit, sich dem Heimpublikum als souveräner Tanzpartner zu präsentieren und auf dem Erreichten aufzubauen, denn mit den nächsten Gegnern Rutesheim und Hollenbach erwartet die Schwerzer-Elf ein ganz anderes Parkett.

Der Gegner.


Die Sportfreunde Schwäbisch Hall sind Montagskinder, denn die Gründung erfolgte am Montag, den 22. Juli 1912. Mit einem Freundschaftsspiel gegen den FC Elvetia Ellwangen fand der damals noch als Fußball-Vereinigung Hall bezeichnete junge Club den Weg in die Hällische Öffentlichkeit. Seit 26. April 1919 ist man am Kocher ein "eingetragener Verein", der 1921 in Haller Sportklub 1912 umgetauft wurde. Am 26. September 1945 erfolgte die Umbennung in Sportfreunde Schwäbisch Hall. Zur Geschichte des Clubs und die historischen Ligazugehörigkeiten hatte ich bei meinem Besuch in der Auwiese 2014 ausführlicher geschrieben.

Das erste Fußballspiel in Hall.


"Früher war alles besser"
Von 1971 bis 1977 gehörte der Club der 1. Amateurliga Nordwürttemberg an, wo er in seinen Glanzzeiten vor durchschnittlich 1.200 Zuschauern spielte. 1978 wurde Schwäbisch Hall Gründungsmitglied der Verbandsliga Württemberg, stieg 1981 sogar in die Amateur-Oberliga Baden-Württemberg auf, konnte sich dort jedoch nicht halten. In der "Ewigen Tabelle" der Oberliga rangiert Hall derzeit auf Platz 88 von 96 hinter dem FV Donaueschingen und vor dem TSV Schwieberdingen. 1989 purzelte der Verein als Schlußlicht aus der Verbandsliga heraus, und in der Folge ging es gar bis in die Kreisliga A hinab. Erst 2011 kehrten die Sportfreunde, durchaus mittelfristig mit der Oberliga liebäugelnd, in die Verbandsliga zurück. Beste Platzierung war bisher Platz 3 in der Saison 2014/15, als der heutige Sportdirektor Thorsten Schift noch Cheftrainer der Blau-Schwarzen war.

Aufstieg in die II. Amateurliga 1959. Schon damals war ein Nabholz dabei (hintere Reihe, 5. v. l.)

Heimstätte ist seit 1949 der Platz an der Auwiese, der 2016 zum Nutzen der American-Bundesliga-Footballer zum schmucken Optima-Sportpark ausgebaut wurde. Daher trat man in der jüngeren Vergangenheit auch im Stadion Schenkensee an, das vornehmlich der Leichtathletik dient.
Für 2017/18 haben die Sportfreunde, die zuletzt in die Abstiegsrelegation mussten, einen Mittelfeldplatz als Saisonziel ausgegeben. Davon ist man aber momentan weit entfernt. Bislang verfolgten durchschnittlich 425 Zuschauer die 4 Heimspiele der Sportfreunde, jedoch dürfte sich das im Laufe der Saison nach unten einpendeln. Zuletzt gegen Pfullingen verfolgten 250 Zuschauer die Partie, was in etwa dem Vorjahresschnitt angenähert ist.


Im Trikot des TSV Crailsheim 2004/05
Der Trainer Petar Kosturkov feierte am Sonntag noch mit dem BV Cloppenburg einen 2:1-Auswärtssieg bei Arminia Hannover. Da der Weg ins Oldenburger Münsterland jedoch mit seinem Familienleben nicht in Einklang zu bringen war, nahm der 48-jährige Bulgare dankbar das Angebot der Sportfreunde an, um die Nachfolge des Glücklosen Slobodan Pajic anzutreten. Ersten Gerüchten zufolge ist die Stimmung in der Mannschaft mit dem neuen Trainer durchaus optimistisch. Kosturkov genießt den Ruf, mit jungen Spielern prima umgehen zu können, und auch beim Lokalrivalen TSV Ilshofen gebe es nur gute Zeugnisse über den Ex-Coach, wie Spielführer Ali Gökdemir der Südwestpresse mitteilte. Viel Zeit zum eingewöhnen bleibt Kosturkov indes nicht, denn Hall braucht Punkte und Beständigkeit. Seinem offensiven Spielcharakter nach wird er seine neuen Schützlinge im Schwerzer auf das Normannia-Tor drängen lassen, das walte Hugo!

Eine schlechte Wahl ist der neue Trainer gewiss nicht. Er
kennt die Verbandsliga sehr genau, und auch die Normannia ist zumindest keine Unbekannte für ihn.
Bereits zu Oberligazeiten für den TSV Crailsheim hat er noch als Spieler und Trainer den FCN kennengelernt. Seine Oberliga-Premiere erlebte er am 3. Spieltag, dem 9. August 2003 in der Bahlinger "Ponderosa", wo er in der 46. Minute für Dörflinger eingewechselt wurde. gegen die 2:4-Niederlage konnte er seinerzeit auch nichts ändern, trug sich aber wenigstens mit einem verwandelten Foulelfmeter in der Nachspielzeit gleich mal in die Torjägerliste ein.

Aus dem Leben eines Haller Trainers
Am 30. Oktober 2004 war nicht nur ich unter den 615 Zuschauern, sondern auch der zweimalige bulgarische Nationalspieler Kosturkov im Dress des TSV. Später sollte er als Trainer die Kicker aus der Eisenbahnerstadt in die Regionalliga Süd führen. Doch nach einem verkorksten Saisonstart 2007/08 wurde Kosturkov vom Abteilungsleiter und Hauptsponsor Hermann Opferkuch im Oktober 2007 auf die Abschussliste gesetzt und hätte am 12. Spieltag gegen Freiberg das letzte mal auf der Bank Platz nehmen sollen. Jedoch trat dann die kuriose Situation ein, dass der Verein sich einen Toptrainer gar nicht leisten konnte und man eine Neuverpflichtung auf später verschob, sofern es noch realistische Chancen auf den Qualifikationsplatz gab. Kosturkov blieb im Amt. Aber eben nur bei Mißerfolg. Im Januar 2008 wurde der vierfache Nationalspieler Wolfram Wuttke als Sportdirektor verpflichtet, Kosturkov jedoch als Trainer behalten. "Wir passen menschlich zusammen. Der erste Eindruck nach zwei Wochen ist sehr gut. Er ist bei jedem Training dabei und führt viele Einzelgespräche mit den Spielern. Von seiner Erfahrung können wir profitieren. Für die Aufstellung bin aber ich verantwortlich" äußerte sich damals Kosturkov über seinen prominenten Vorgesetzten. Mehr als Platz 7 sprang am Ende der Saison 2007/08 nicht heraus, und Kosturkov wechselte in die Verbandsliga Württemberg zum VfR Aalen II. In seiner Biografie tauchen dann noch zwei Jahre 2. Bundesliga Süd auf, als er die sportliche Verantwortung für die Fußballfrauen des TSV Crailsheim übernahm. 2016 zog es ihn zum TSV Ilshofen in die Verbandsliga, 2017 wagte er den Ausflug in die Oberliga Niedersachsen, wo es ihn aber bereits jetzt wieder in das vertraute württembergische Oberhaus zurückzog.

Gökdemir 2012 im Nationaldress. Foto: Dmitry Sadownikow (www.soccer.ru). Lizenz CC BY-SA 3.0
Die Salzritter der Haller Tafelrunde. Ganz klar, der große Namen im Team der blau-schwarzen Kocherkicker gehört zum 26-jährigen Ali Gökdemir, der unter Berti Vogts zu 10 A-Länderspielen für Aserbaidschan auflief und bereits zum Bundesligakader von Hannover 96 angehörte, dort allerdings nicht zu einem Pflichtspiel kam. Abgesehen von einigen WM-Qualifikationsspielen weist der Spielführer jedoch ausgiebige Regionalligaerfahrung auf, und im Hause der Sportfreunde ist der frühere Offensivakteur auch heute noch aus der Abwehr heraus für Torerfolge bekannt und beim Gegner gefürchtet. Neben Gökdemir glänzt der bereits erwähnte torgefährliche Stürmer Serdal Kocak, der jedoch für ein Foul aus dem Calcio-Spiel noch gesperrt ist. Seine Erfahrung und seinen Torriecher wird man am Samstag bei den Sportfreunden schmerzlich vermissen. Unbeständigkeit scheint hingegen bei der Besetzung des Torhüters zu herrschen. Seit die etatmäßige Nummer 1, Jonas Wieszt, am Saisonende zum ambitionierten Nachbar TSV Ilshofen verzog, hütete das vom Landesligisten Untermünkheim gekommene Duo Yannic Weiss (5x) und  Lukas Dambach (4x) den Kasten der Haller.
Neben Gökdemir haben nur drei Spieler bislang alle Partien absolviert. Erwähnenswert ist darunter der 20-jährige Luca Kaufmann, der vom SSV Aalen aus der Kreisliga A kommend den Sprung in die Stammformation der Verbandsliga geschafft hat, was gewiss ein Grund sein mag, sich den Namen des Talentes zu merken. Ferner der bayerische Neuzugang Steffen Engelhardt, der auch schon für die TSG Hofherrnweiler-Unterrombach die Kickstiefel schnürte, und schließlich noch Daniel Martin, der vom Lokalgegner TSV Crailsheim an den Kocher wechselte, aber bereits mit dem FSV Hollenbach Oberligaluft schnupperte. Die treueste Seele dürfte wohl der 21-jährige Deutsch-Amerikaner Lamar Yarbrough sein, der bereits seit 2014 für die 1. Mannschaft aufläuft und so auf die Erfahrung von 78 Verbandsligaspielen und 3 Toren im Trikot der Sportfreunde kommt. Beim letzten Aufeinandertreffen im Schwerzer verursachte er jedoch ein Handspiel im eigenen Strafraum, was zu einem Elfmeter und dadurch dem Siegtreffer für Normannia führte. Von den etatmäßigen Stürmern dürfte noch Pascal Hopf genannt werden, der ebenfalls vom TSV Crailsheim kam, in seinen bisherigen 5 Spielen jedoch noch nicht das Tornetz zum wackeln brachte.
Persönlich freue ich mich auf den Besuch des Betreuers und Pressewart Frank Nabholz, der mit seinem großen Ohrring eine auffallende Persönlichkeit darstellt, und der stets zu einem freundlichem Plausch bereitsteht. Ein echter Botschafter seines Heimatvereins eben.

Visar Mustafa (vorne) noch im FCN-Dress
Die Gmünder Filiale. Was wäre ich für ein schlechter Normanne, würde ich nicht den armen Gmünder Seelen in der schwäbisch-fränkischen Diaspora am Kocher gedenken? Eben! Da ist zum einen Visar Mustafa, den es zur Saison 2017/18 an den Kocherstrand zog. Dort spielte er allerdings bisher nur das Auftaktspiel beim FC Wangen komplett durch und wurde zuletzt nur im Verlauf der 2. Spielhälfte eingewechselt. Und natürlich "Sonnyboy" Gabriel-Cosmin Simion, der sich zunächst dem Landesligisten TSV Weilheim/Teck anschloss, dort zwei Spiele absolvierte und gar einen Treffer erzielte, zum September 2017 jedoch zu den Haller Sportfreunden wechselte, wo er seitdem fester Bestandteil der Stammelf ist. So dürfte er auch am Samstag von Beginn an gegen seinen früheren Club auflaufen. Beiden Jungs wünsche ich ein schönes Wiedersehen im Schwerzer. Sie werden mir es hoffentlich nicht übel nehmen, wenn ich wie gewohnt der Normannia die Daumen drücke und hoffentlich auf eine ordentliche Torzahl der Schwerzer-Elf hoffe.


Der Griff in die Mottenkiste.


Vorschau hin, Vorschau her: ein Spätzleskick ohne ausufernde Historie und unnützem Wissen wäre kein echter Spätzleskick! Also aufgepasst!

Deeg kann das 0:1 gegen die Kickers nicht verhindern
Pilgerziel Auwiese. Der 18. Oktober 1975 steht in den Annalen der "legendären Spiele" wohl ganz oben auf der Liste der Sportfreunde Schwäbisch Hall. Fußballfreunde aus ganz Hohenlohe strömten ins Kochertal, um die heimischen Sportfreunde gegen den Zweitligisten Stuttgarter Kickers in der 2. Hauptrunde des DFB-Pokals zu erleben. 2.600 Zuschauer hatte die Auwiese in der Tat wohl lange nicht mehr gesehen gehabt, und die Schützlinge um Trainer Rappsilber hatten eine würdige Kulisse wahrlich verdient.


Schwäbisch Hall war vom Glück beseelt, nach einem 4:3 im Elfmeterschießen über den FV 07 Ebingen im WFV-Pokal 1974/75 das Halbfinale zu erreichen. Dies reichte zur damaligen Qualifikation zum DFB-Pokal, da der Württembergische Fußballverband 6 Mannschaften im Feld der 128 Pokalteilnehmer stellen durfte. Da konnten die Kocherstädter das Ausscheiden im Halbfinale gut verschmerzen. Neben Pokalsieger SpVgg Freudenstadt und Finalist SpVgg Lindau erreichten dies noch der VfR Heilbronn, die Amateure des VfB Stuttgart und die SpVgg 07 Ludwigsburg.

In der 1. Hauptrunde bekamen es die Haller mit dem Siebten der Amateurliga Rheinland, der TuS Mayen, zu tun. Eine Unbekannte am Kocher, doch Sportfreunde-Abteilungsleiter Eberhard Keller ging auf Nummer Sicher und beobachtete im Vorfeld den exotischen Gast. "Unberechenbar, vor allem stark auf den Flügeln" war seine anerkennende Expertise. Immerhin 1.800 Zuschauer erlebten dann aber doch einen Haller Heimsieg, der mit 5:1 deutlich ausfiel. Der Gegentreffer resultierte durch eine Unaufmerksamkeit der sonst sicheren Haller Abwehr, wo Neuzugang Bartholomä seinen souveränen Sportfreunde-Einstand feierte.

"Die werden doch gegen uns über sich hinauswachsen" warnte Kickers-Trainer Rudi Kröner vor dem Tabellenneunten der Amateurliga Nordwürttemberg. Die Stuttgarter Kickers gingen daher sehr motiviert ins Spiel und waren weit davon entfernt, die Haller Sportfreunde zu unterschätzen. Schließlich spekulierte Geschäftsführer Günther Dengler auf einen attraktiven Gegner in der 3. Runde, denn die Kickers benötigten die Einnahmen für den Bau ihrer neuen Tribüne. 

Gegen die favorisierten Stuttgarter Kickers folgte jedoch kein "goldener Oktober". Bereits nach 7 Minuten gingen die Gäste von Degerlochs Höhen in Führung, als nach einem Freistoß der Ball über die Arme von Keeper Deeg sprang. Der WFV-Auswahl-Torhüter Deeg war dann auch der beste Spieler der Sportfreunde, dessen Leistung eine höhere Niederlage als das 0:5 verhinderte. Ein Ehrentor hätte Hall verdient gehabt, jedoch fehlte den Sportfreunden ein Vollstrecker im Angriff.

Aus Gmünder Sicht ist die Partie aus noch anderer Hinsicht interessant: Der Rehnenhöfer "Ballrastelli" Rainer Potschak hatte nach mehrmonatiger Verletzung in der 79. Minute wieder seinen Einstand im Kickers-Trikot, und belohnte das Vertrauen seines Trainers mit dem Treffer zum 5:0.

Die Kickers erhielten für die 3. Hauptrunde dann auch ihre "Belohnung", dort war dann allerdings Bundesligist Hertha BSC Berlin Endstation.

Endspielfieber. Der 31. Mai 1981 war ein Wendepunkt in der Stuttgarter Fußballgeschichte. Nein, nicht beim VfB oder den Kickers. Beim Stuttgarter Fußball im Schatten der Bundesliga vollzog sich ein Schicksal, das Jahre später seine Vollendung fand.
Tabelle nach dem 33. Spieltag
Ganze vier Mannschaften kämpften in der Verbandsligasaison 1980/81 um den Aufstieg in die Amateur-Oberliga Baden-Württemberg, darunter Traditionsverein FV 98 Zuffenhausen aus der Landeshauptstadt, der nie wieder so Nahe dran war, sich als Nummer 3 in Stuttgart zu etablieren. Eine Woche vorher, am 33. Spieltag, stolperte Herbstmeister Schwäbisch Hall in der Auwiese mit 0:0 gegen den längst als Absteiger feststehenden VfL Schorndorf, während Zuffenhausen in Heidenheim mit 4:1 als Sieger vom Platz ging. Die SpVgg Au mußte mit einem 3:3 im heimischen Rund ebenfalls Punkte gegen einen Abstiegskandidaten (GSV Maichingen) lassen, während es die TSG Giengen mit 3:0 in Saulgau entspannter angehen ließ.
Für den letzten Spieltag brachte es die Fügung des Schicksals, dass die beiden aussichtsreichsten Anwärter zu einem wahren Endspiel aufeinandertrafen. FV 98 Zuffenhausen gegen Sportfreunde Schwäbisch Hall hieß die Partie, und rekordverdächtige 2.500 Zuschauer verfolgten dieses Drama an der Zuffenhausener Schlotwiese. Hall hätte für die Meisterschaft ein Unentschieden genügt, und auch Zuffenhausen hätte eine Punkteteilung zumindest den 2. Platz und die lukrativen Aufstiegsspiele gesichert. Bis zur 80. Minute stand auch das 0:0, ehe das Schicksal zuschlug. Schwäbisch Hall, das im Hinspiel nur ein 1:1 gelang, kam durch Kristic in der 80. Minute zu den knappsten aller Siegesergebnisse und wurde souverän Verbandsligameister. Mehr noch: Au tat in Leingarten nur das Nötigste, gewann ebenfalls 1:0, und die TSG Giengen kam in einem Sommerkick gegen den TSV Ofterdingen zu einem ungefährdeten 2:1-Sieg - der Anschlußtreffer fiel erst in der 90. Minute, und die größte Aufregung für die 350 Zuschauer war die Blasmusik vom benachbarten Bierzelt.

Schwäbisch Hall Meister und Aufsteiger

Schwäbisch Hall Meister, und drei Mannschaften punktgleich dahinter. Und ausgerechnet Zuffenhausen hatte die schlechtere Tordifferenz dieses Trios. So nah würde das Team der Oberliga nie wieder kommen. 2012 verschwand der Name des Stuttgarter Traditionsvereins aus den Tabellen, nachdem man sich dem Großsportverein SSV Zuffenhausen anschloss.


Unnützes Wissen.


Gemeinsamkeiten. Sowohl die ehemals freie Reichsstadt Gmünd als auch die ehemals freie Reichsstadt Hall - beide fielen 1802 an Württemberg - führen ein "Schwäbisch" im Stadtnamen, beide erhielten die amtliche Bezeichnung im Jahre 1934, und in beiden Städten hat sich in der Umgangssprache die Kurzform erhalten.

Déjà-vu. Auch im Vorjahr spielte Normannia (damals in der Rückrunde) zunächst in Albstadt (1:1), ehe es zur Partie gegen Schwäbisch Hall kam, die mit dem denkbar knappen aber geradezu historischen 1:0-Heimsieg über die Sportfreunde endete.

Vergilbt, aber nicht vergessen
Fun Fact: Schwäbisch Hall war der erste Herbstmeister in der Geschichte der Verbandsliga Württemberg, der am Ende der Saison auch aufstieg. Zuvor scheiterten der Herbstmeister SV 03 Tübingen (1978/79) und TSV Ofterdingen (1979/80) an der Rückrunde.

Pin-Up-"Girl": Amateurfußball-Legende Claus Breitenberger aus Schwäbisch Gmünd, auf den Fußballplätzen des Ländles nur als "Bredi" bekannt, schaffte es auf das Titelbild einer extra für ihn gefertigen Sonderausgabe des Haller Stadionmagazins, die ihm 2015 beim Gastspiel der Normannia im Schenkenseestadion überreicht wurde. Diese besondere Liebe zum Amateurfußball würdigte das Fußball-Magazin ZEITSPIEL in seiner Ausgabe im August 2016.

Auch in Hall ein gern gesehener Gast: Bredi

Direktvergleiche. Schwäbisch Hall war lange Zeit ein Menetekel für den Schwerzer-Club. Grund war, dass abgesehen vom ersten Normannia-Heimspiel am 19. Dezember 1971 kein weiteres Punktspiel gegen Schwäbisch Hall gewonnen werden konnte. Damals traten noch Spieler wie Dieter Renner, Horst Raubold oder Linus Wollschläger für die Normannia an. Die Ausgangslage 1971 war dabei gar nicht so rosig, und Trainer Fritz Millinger ließ in der Spielersitzung ein ordentliches Donnerwetter vom Stapel. In der Vorwoche gab es ein Debakel beim SC Geislingen, was unter anderem zur Entlassung von Benno Steigerwald führte, der in der 1. Amateurliga immerhin neun Tore für die Normannia erzielt hatte. Im Gegenzug schenkte man dem gerade erst 18-jährigen Linus Wollschläger das Vertrauen, gab dem A-Jugendlichen die Feuertaufe in der 1. Mannschaft. „Ein solch junger Spieler braucht den Rückhalt von den Rängen!“ forderte die Gmünder Tagespost ihre Leser in der Spielvorschau auf. Die Vorschußlorbeeren für den Amateurliga-Novizen waren berechtigt, der als Linksaußen sofort zum Publikumsliebling avancierte.
Normannia ging mit einer schnellen und sicheren Spielweise in die Partie, derweil die abstiegsgefährdeten Haller sich in der Abwehr verriegelten und auf Konter spekulierten. Schon im Vorfeld ließ Halls Trainer Frühauf verkünden: „Wir wissen ganz genau, dass wir nicht die Klasse der Gmünder haben. Nach einem glänzenden Start in der 1. Amateurliga nagen die vielen Spiele jetzt an unserer Substanz. Vielen meiner Spieler fehlt die nötige Erfahrung und Cleverness. Trotzdem wollen wir hier achtbar abschneiden keinen Anti-Fußball spielen“. Bereits im Hinspiel konnte der Aufsteiger der Normannia mit einem 1:0 beide Punkte abknöpfen, die zweite Gmünder Saisonniederlage überhaupt.

Die Gmünder Tagespost vom 20. Dezember 1971 zum Spiel gegen Hall.
Als großer Rückhalt der Gäste zeigte sich dabei ihr Schlußmann Schwerin, der mit seinen Paraden den Normanniasturm mit den späteren Profis Horst Raubold und Dieter Renner mehrmals zur Verzweiflung brachte. Dann aber kam die 41. Minute und mit ihr ein Bombenschuß von Schwarzer, den Schwerin nicht festhalten konnte, und „Laufbold“ Raubold war schnell genug da, um den Ball über die Torlinie zu befördern. Auch in der zweiten Spielhälfte konnte das Haller Bollwerk im Tor zunächst nicht überwunden werden, ehe in der 85. Minute eine Flanke von Gerstenlauer durch ein Kopfballtor von Treder vollendet wurde – 2:0. Zwei Minuten später gelang Gunter für die Gäste das Ehrentor, und mit diesem 2:1-Sieg im Gepäck ging Normannia für zwei Wochen Gran Canaria in die Winterpause.
Zum Saisonende reichte es für die Normannen nur zum zweiten Platz, der sie aber immerhin bis ins Halbfinale der Deutschen Amateurmeisterschaft brachte.
Erst am 11. April 2015 erlebte eine Normannia-Elf wieder einen Erfolg gegen die Haller, und in der vergangenen Saison war es Beniamino Molinari vergönnt, sowohl Hin- und Rückspiel zugunsten der Goldschmiede über die Salzsieder zu feiern. 4 Siege mit 2 Trainern - 3x Beni Molinari und 1x Trainerlegende Fritz Millinger - in insgesamt mittlerweile 16 Punktspielen. Auch ein gewisser einsamer Rekord. Der Normannia-Trainer Holger Traub darf sich gerne in die Liste eintragen.

Die Bilanz beider Mannschaften lautet aus Sicht des FC Normannia:

16 Spiele - 4 Siege, 1 Unentschieden, 11 Niederlagen bei 15:28 Toren.

Die Heimbilanz der Normannia sieht wie folgt aus:
8 Spiele - 2 Siege, 1 Unentschieden, 5 Niederlagen bei 7:12 Toren.

Die Begegnungen:
05.09.1971 - 0:1 (A)
18.12.1971 - 2:1 (H)
-------------------------
03.12.1972 - 1:2 (H)
06.05.1973 - 1:4 (A)
-------------------------
01.11.1973 - 1:3 (A)
06.04.1974 - 1:3 (H)
-------------------------
21.09.1974 - 1:3 (A)
15.03.1975 - 0:2 (H)
-------------------------
21.09.2013 - 1:2 (H)
29.03.2014 - 0:1 (A)
-------------------------
20.09.2014 - 1:1 (H)
11.04.2015 - 2:0 (A)
-------------------------
19.09.2015 - 0:1 (H)
26.03.2016 - 0:3 (A)
-------------------------
23.09.2016 - 3:1 (A)
08.04.2017 - 1:0 (H)

Zum Schluß der Service:
Der Direktlink auf die Spielvorschau von Amateurfußball-Legende "Bredi"


Donnerstag, 7. September 2017

Vorgestellt: TSG Öhringen


Aus meiner Sammlung: Nadel der TSG Öhringen
In der Reihe "Vorgestellt" geht es heute in den "hohen Norden". Im Nordosten des württembergischen Verbandsgebiets schlummert ein fußballerischer Riese. Zugegeben: ein kleiner Riese. Kenner aus dem Hohenlohischen werden über meine Einschätzung vielleicht lächeln. Welchen Stellenwert hat denn schon Fußball in Hohenlohe? Und doch sagt mir mein Bauchgefühl, dass die TSG Öhringen ein Verein mit Potenzial ist. Stand man früher in der Stadt der Landesgartenschau 2016 immer im Schatten von den großen Nachbarn VfR Heilbronn und Union Böckingen, so zeigt aber auch das positive Beispiel TSV Ilshofen, dass die Region Hunger nach gutem Fußball hat. Öhringen gehört bei den Zuschauerzahlen nicht zu den Schwergewichten der Region. Das sind traditionell eher Friedrichshall, Marbach, Ludwigsburg oder Untermünkheim. In der knapp 23.000 Einwohner zählenden Stadt konkurriert man mit zahlreichen anderen Sportarten, und das Publikum reagiert auf sportliche Talfahrten mitunter launisch.

1848: Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei!


Alte Turnhalle von 1889
Foto: Markus Hassler, CC-Lizenz 3.0
Die Wurzeln der TSG liegen im Turnen. Mit seinen knapp 3.500 Einwohnern wurde am 1. Mai 1848 von 22 jungen Männern der Männerturnverein ins Leben gerufen.
Turnen wurde damals noch häufig unter freiem Himmel ausgeübt. Hauptaugenmerk im Verein lag jedoch auf eine Sportstätte für die Herbst- und Wintermonate.
1889 war es dann soweit. Für insgesamt 25.000 Mark konnte die heutige "Alte Turnhalle" eingeweiht werden.
Der Männerturnverein blühte auf, nahm 1903 sogar eine Damenriege auf.
1924 wurde innerhalb des MTV eine Handballabteilung gegründet. Handball, das war zu jener Zeit neben Faustball die einzige Ballsportart, die die Turner akzeptieren konnten. Die Gegensätze zwischen Turnen und Fußball waren enorm und führte dazu, dass es 1924 zur sogenannten "Reinlichen Scheidung" kam.

1908 : Der Fußball kommt (endgültig) nach Öhringen


Ziemlich früh findet der Fußball Einzug im Sportkalender der Stadt Öhringen. 1908 wurde der Hohenloher Sportverein Öhringen mit dem prägnanten Kürzel HSV gegründet, der sich dem runden Leder als Hauptbeschäftigung annahm. Dabei hatte bereits im Jahr 1903 eine Gruppe junger Balltreter einen Hohenloher Fußballklub gegründet, der jedoch nicht lange am Leben blieb. Auch die Hoffnung, die Fußjagd nach dem runden Leder als eigenständige Abteilung im MTV ausüben zu können, zerstob alsbald, so dass es schließlich zu eigenen und letztlich erfolgreicheren Gründung eines Fußballvereins kam, der jedoch auch noch Leichtathletik, Wandern und Schwimmen im Programm hatte.

Der Hohenloher Sportverein Öhringen im Gründungsjahr 1908
Berücksichtigt man, dass Öhringen seit 1848 durch die Auswanderungswellen nach Amerika hohe Bevölkerungsverluste zu verzeichnen hatte und erst einige Jahre zuvor wieder die Einwohnerzahlen von 1861 erreichte, eine durchaus beachtenswerte Gründungszeit für eine 3.800-Einwohnerstadt. Zum Vergleich: im deutlich größeren Schwäbisch Hall erfolgte die Gründung 1911, in der Eisenbahnerstadt Crailsheim erst 1919.

Für die unglaubliche Summe von 10.000 Mark (das entspräche heute einer Kaufkraft von ca. 101.000 Euro) erwarb der HSV 1911 ein Gelände am Pfaffenmühlenweg und baute es zu einem Fußballplatz aus. Heute steht dort die Karl-Huber-Halle.

In den wenigen spärlichen Tabellen aus der Kaiserzeit taucht der Verein indes nirgends auf, soll heißen, einen Sprung in höhere Spielklassen ist den Kickern nicht gelungen. Kunststück, traten die Öhringer bis 1912 ausschließlich in Freundschaftsspielen an, ehe sie in der untersten Spielklasse des Süddeutschen Verbands sich im Punktspielwettbewerb maßen.. Fußballerisches Nonplusultra war damals schon das ca. 25 km entfernte Heilbronn, dass mit mehreren Clubs dominierte. Wie andernorts auch kam mit dem "Augustfieber" 1914 und dem blutigen Weltkrieg der Fußball in Öhringen zum erliegen.
Vereinswappen HSV Öhringen

Auch in der Zeit der Weimarer Republik taucht der Club höherklassig nirgends auf. Hohenlohe ist ist meinem Fußballarchiv nun leider doch eher "Neuland". Am 15. März 1919 schlossen sich die vom Weltkrieg ausgebluteten MTV und HSV zum Männer-Turn- und Sportverein zusammen, jedoch wurde im Rahmen der sogenannten "reinlichen Scheidung" diese Ehe bereits wieder 1924 geschieden. Im Vereinsregister (der heutigen TSG) steht der 26. Juni 1924 als Eintragungsdatum des "e. V.". 1925 wurden MTV und HSV Nachbarn, nachdem die Turner ein benachbartes Grundstück erwarben. Das war auch dringend notwendig, denn seit dem Vorjahr betrieb man im MTV Handball, und Handball war damals ein Rasensport. Die Fußballer errichteten 1927 noch ein Sporthaus, von größeren Taten läßt sich leider nicht berichten.

1934: die TSG Öhringen entsteht


Mit seinen knapp 4.500 Einwohnern war Öhringen nicht groß genug für mehrere Sportvereine. So zumindest die damalige Politik der Nationalsozialisten, die auch hier "eine Stadt - ein Verein" durchsetzten. In einer Hauptversammlung am 16. September 1933 wurde die Vereinigung beider Vereine beschlossen - die letzte Entscheidung, die noch aus demokratisch-vereinsrechtlichen Wurzeln entschieden wurde. Aus Turnern und Fußballern entstand so mit Wirkung zum 1. Januar 1934 die Turn- und Sportgemeinde Öhringen 1848, und fortan galt bei diesem Verein (wie bei praktisch allen Sportvereinen) das sogenannte "Führerprinzip", wurde entschieden und ernannt statt beschlossen oder gewählt. Fußballerisch taucht der neuentstandene Verein aber auch nicht im "Dritten Reich" wesentlich auf, jedoch scheinen sich die Öhringer in der Bezirksklasse festgefressen zu haben und kreuzten die Klingen mit so Schwergewichten wie Knorr Heilbronn, Lauffen am Neckar, Jagstfeld oder die Reserve von Union Böckingen.

1945 bis 1959: Legendäre Amateurligazeiten


Einher mit einem Bevölkerungswachstum - während des Krieges ließen ausgebombte Ruhrgebietler, nach dem Krieg zahlreiche Heimatvertriebene die Einwohnerzahl auf fast 7.500 Einwohner anwachsen - kam es auch zu einem Aufschwung im Sport.
Nachdem im Juli 1945 zurückgekehrte TSG-Veteranen wieder einen sporadischen Sportbetrieb einrichten konnten, erreichte man alsbald eine Genehmigung durch die US-Behörden und konnte wieder am regulären Spielbetrieb teilnehmen. Am 12. August 1945 - man bedenke: in Ostasien tobte noch immer der 2. Weltkrieg, fielen erst wenige Tage vorher die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki - kam es in Öhringen zum ersten Spiel nach Kriegsende gegen die Kicker von Schwäbisch Hall. Als am 9. Dezember 1945(!) die Saison 1945/46 begann, stolperte die TSG nur einmal beim TSV Crailsheim und zweimal bei den Sportfreunden Hall und spazierte direkt (mit den Hallern) in die drittklassige Bezirksklasse.

Doch damit nicht genug: die TSG leistete sich auch 1946/47 ein spannendes Meisterschaftsduell mit Mitaufsteiger Schwäbisch Hall. Erst der letzte Spieltag am 18. Mai 1947 brachte die Entscheidung zugunsten der TSG, die mit 2:1 beim großen Nachbarn VfR Heilbronn den Meisterlorbeer in Empfang nahm. Ohne Atempause ging es in die Aufstiegsrunde, denn aus 6 Bezirksmeistern mußten 3 Aufsteiger ausgesiebt werden. Neben Öhringen ging auch Normannia Gmünd ins Rennen (leider habe ich hier keine Ergebnisse), und beide stiegen in die zweite Liga, der Landesliga Württemberg, auf. Dritter im Bunde war die SpVgg Renningen. Nicht ohne Stolz berichtet die Vereinschronik, dass durchschnittlich 3.000 Zuschauer die Heimspiele in der 8.000-Einwohner-Stadt besuchten.

In der Saison 1947/48 kam es also zum ersten Ligaduell zwischen Normannia Gmünd und der TSG Öhringen. Die TSG, so kann man sagen, hatte sich in der obersten Spielklasse direkt unter der Oberliga Süd besser behauptet als die Gmünder Normannen. Ein beachtlicher Platz 4 sprang in der Premierensaison heraus, und nur der württembergische Meister Sportvg. Feuerbach ließ den Neuling aus Hohenlohe mit 5:1 und 7:3 (in Öhringen!) ein wenig deutliches Lehrgeld entrichten. Dafür wurde aber Vizemeister VfR Aalen mit 6:1 auf die Ostalb zurückgeschickt. Die TSG stellte gar mit Sturmass Walter Wladek den Torschützenkönig der Saison (20 Treffer).

November 1948: Öhringen zu Gast in Gmünd
Im zweiten Jahr hingegen war es schon wieder vorbei mit der TSG-Herrlichkeit. Im Abstiegsrennen punktgleich mit dem VfL Neckargartach, den die Öhringer im Ligawettkampf Zuhause mit 4:1 bezwangen und Auswärts ein 1:1 abrangen, musste ein Entscheidungsspiel her. Am 26. Mai 1949 erlebten 5.000 Zuschauer in Ludwigsburg - davon ca. 1.000 mit Sonderzug oder Fahrrad aus Öhringen angereist - einen glücklichen 1:0-Sieg der Neckargartacher, die somit in der Landesliga verblieben.
Herausgreifen muss ich an dieser Stelle den 14. November 1948, dem bis dahin letzten Normannia-Heimspiel gegen die TSG Öhringen. Normannia gewann diese Partie mit 4:0, aber es läutete zugleich die Ära der legendären Sing-Elf ein, denn Albert Sing durfte nach einigem Hickhack mit den Stuttgarter Kickers zum ersten mal im Dress der Normannen gegen den Ball treten.

Aber zurück zur TSG.


Diese mußte sich 1949/50 also wieder in der Bezirksklasse Hohenlohe behaupten, wurde direkt wieder Meister, aber scheiterte in der Aufstiegsrunde am VfL Sindelfingen. Ein zusätzliches Relegationsspiel gegen Absteiger SG Untertürkheim ging in Murrhardt mit 1:3 verloren - die TSG blieb zweitklassig. Ab 1950/51 war alles anders im württembergischen Amateurfußball. Nord- und Südwürttembergs Fußballverbände vereinigten sich zum Württembergischen FV (ein Zustand, den Nord- und Südbaden bis heute nicht erreicht haben), und aus der Landesliga Württemberg wurde die 1. Amateurliga. Darunter, u. a. mit der TSG Öhringen, waren fünf Staffeln der 2. Amateurliga angesiedelt. Dort zog in der Premierensaison Traditionsverein VfR Heilbronn einsam seine Kreise, wurde mit 5 Punkten Vorsprung Meister vor dem VfB Sontheim und stieg auch in die 1. Amateurliga auf. Die TSG Öhringen erkämpfte sich einen guten 5. Platz und kam u. a. vom Auswärtsspiel bei der Heilbronner SpVgg 07 mit einem 11:3-Auswärtssieg nach Hause.

In die Geschichtsbücher gingen die TSG'ler darüberhinaus als Pokalfinalist im ersten WFV-Pokal-Endspiel ein. In Schorndorf unterlag man allerdings am 26. August 1951 dem Eisenbahner-Sportclub Ulm mit 0:3.

1951/52 holte sich die TSG eine 0:7-Klatsche beim Aufsteiger SV Neckarsulm, aber auch einen gesicherten 6. Platz.

Im Folgejahr waren die Öhringer gar Herbstmeister, blieben aber am Ende auf der Strecke und mit 5 Punkten Rückstand zu Bad Wimpfen nur auf Platz 3. Dabei erzielten die Rot-Weißen um Bruno Sager, Karl Leistner und Hans Henzler 93 Tore in der Saison 1952/53, wobei die drei Genannten Torjäger mit zusammen 75 Treffern das Gros der Torjubelarien anstimmte.

Platz 9 in der Saison 1953/54 klingt nach gesichertem Mittelfeld, doch tatsächlich spürten die Öhringer das Abstiegsgespenst im Nacken und hatten am Ende nur 3 Punkte Vorsprung zum Absteiger Germania Bietigheim.

Auch 1954/55 verlief alles andere als erfolgreich (Platz 10 mit wiederrum 3 Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz), jedoch wurde der Abstieg in der Staffel 2 ausgesetzt, da sowohl der FSV 08 Bissingnen als auc der TSV Oetisheim in die Staffel 1 wechselten. Im WFV-Pokal strich man nach einem 2:1 über den VfL Wangen (Stuttgart) in der 2. Runde bei Schwäbisch Hall die Segel.

Nach dem 11. Platz 1955/56 schien sich die TSG Öhringen im unteren Tabellendrittel dauerhaft einzunisten, kam allerdings 1956/57 nochmals auf Platz 7 vor, auch wenn man in Crailsheim mit 8:0 gerupft wurde. Die Öhringer Cronik vermerkt hierzu: "Daß dies nach einigen Jahren und für einige Jahre die beste Saison der TSG war, sollte sich bald herausstellen".

Gleich 1957/58 rutschte man nämlich bedrohlich in den Abstiegssumpf. Die Sportfreunde Schwäbisch Hall ließ man mit gerade einmal einem Pünktchen Vorsprung hinter sich, ausgerechnet der letzte Spieltag am 4. Mai 1958 führte beide Mannschaften in Öhringen zusammen. 2.500 Zuschauer - sofern sie denn mit dem TSG mitfieberten - bejubelten nach 90 nervenaufreibenden Minuten ein 1:1 und somit den Klassenerhalt der TSG. Ein versöhnlicher Abschluss einer Saison, in der die TSG vom 6. bis zum 22. Spieltag gerade einmal 3 Siege und ein Unentschieden erwirtschaftete.

1958/59 hingegen half kein Wunder und kein Endspiel: ziemlich deutlich mit 15-41 Punkten und damit 7 Punkte hinter dem rettenden Ufer (wo die SG Bad Wimpfen Anker warf), stieg die TSG Öhringen in die A-Klasse Hohenlohe ab. Auswärts gab es gar nur einen Sieg (ein 4:2 bei Mitabsteiger TG Böckingen), schon die Vorrunde schloss man mit 5-23 Punkten am Tabellenende ab.

1960 bis 1978: Auf und Ab


Betriebsunfälle sind dazu da, korrigiert zu werden, und mit Elan ging die TSG Öhringen in die A-Klasse Hohenlohe 1959/60. Am Ende gab es das erste Vereinsdouble: mit beachtlichen 110:30 Toren und 50-10 Punkten (nur 2 Niederlagen hatte man zu verzeichnen) wurde man souverän Meister, und am 18. April 1960 holte man sich nach einem 2:0 gegen den TV Bitzfeld den Bezirkspokal in die ehemalige Hohenlohische Residenzstadt.

Als Wiederaufsteiger in die Staffel 2 der 2. Amateurliga behaupteten sich die Öhringer mit einem 11. Platz, wiewohl der Abstand zu Absteiger VfB Sontheim auch nur beunruhigende 2 Punkte betrug. Die Vorrunde wurde mit 8-20 Punkten schlicht verschlafen, und erst im Endspurt der Rückrunde sicherte man sich endgültig die Klasse. Allerdings brachten die Rot-Weißen das Kunststück fertig, Vizemeister TG Heilbronn jeweils ein Unentschieden (3:3 und 2:2) abzuringen.

Die beste Platzierung der Sechzigerjahre wurde mit dem 5. Platz 1961/62 erreicht. Punktgleich mit der TSG Backnang, der TG Heilbronn und der Heilbronner SpVgg 07 konnte man sich am Pfaffenmühlenweg durchaus zufrieden zeigen. Dabei konnte man Zuhause manchen Favoriten ärgern: Meister SV Neckarsulm wurde mit 2:0, Vizemeister Phönix Mühlacker gar mit 5:3 wieder nach Hause geschickt.

 Nach einem 9. Platz 1962/63 rutschte die TSG Öhringen am Ende der Saison 1963/64 auf Platz 11 ab, und dass nach einem fulminanten Saisonstart mit 10-2 Punkten.

1964/65 schaute mit dem Abstiegsgespenst wieder einmal ein alter Bekannter am Pfaffenmühlenweg vorbei. In einer Saison, in der so manches verkorkst lief brachte die Öhringer durch eine Spielwertung - ein 2:2-Heimunentschieden gegen den späteren Meister TSG Backnang wurde für Backnang als Sieg gewertet - punktgleich auf einen Abstiegsplatz mit dem FV Markgröningen. Da die damalige Spielordnung bei Punktgleichheit ein Entscheidungsspiel vorsahen (die Öhringer hatten die bessere Tordifferenz als auch das bessere Torverhältnis und hätten auch so in der Tabelle vor Markgröningen rangiert), kam es zum Showdown in Heilbronn. Am 3. Mai 1965 sahen 1.400 Zuschauer einen 2:0-Last-Minute-Sieg der Rot-Weißen, die dank eines Doppelschlages ab der 83. Minute durch ihren Torjäger Heinz Fudalla die Klasse hielten.

Doch ach, die Rosen welken all'! 1965/66 - dem Meisterjahr der Normannia - war der Sturz in die A-Klasse nicht mehr zu stoppen. 7 Punkte Rückstand auf das rettende Ufer bei 71:95 Toren und 21-43 Punkten hießen: Abstieg. Auch diesesmal kehrten die Öhringer aber souverän aus der A-Klasse Hohenlohe zurück, sicherten sich mit 69:38 Toren und 46-14 Punkten den Aufstieg und erkämpften sich erneut den Bezirkspokal mit einem Sieg im Elfmeterschießen gegen SV Westernhausen.

Allerdings: 1967/68 brachte den Hohenlohern kein Glück. Lediglich 15-45 Punkte bedeutenden die "rote Laterne" und die Rückkehr in die Fünftklassigkeit. Zuhause wurden nur 3 Siege geholt (3:1 gegen SpVgg Renningen, 7:2 über den VfL Neckargartach und 4:2 gegen FV Markgröningen), auswärts gar nur ein 1:0 bei der SGV Murr.

Nach diesem Abstieg musste sich die TSG Öhringen erstmal länger in der A-Klasse einrichten. Vier Spielzeiten lang - von 1968/69 bis 1971/72 - spielte man zwar vorne mit, aber erst 1972 gelang die Rückkehr in die 2. Amateurliga.

Die Platzierungen in der A-Klasse Hohenlohe:
1968/69: 5. Pl. (66:41 T.; 32-24 P.)
1969/70: 3. Pl. (82:38 T.; 33-19 P.)
1970/71: 3. Pl. (71:39 T.; 41-15 P.)
1971/72: 1. Pl. (81:19 T.; 45-11 P.)

Mit einem gesicherten Mittelfeldplatz zog die TSG Bilanz nach der Saison 1972/73, und im WM-Jahr 1974 erreichte die TSG ein nie für möglich gehaltenen 3. Platz (66:54 Tore und 35-25 Punkte). Selbst  der Vizemeister und aus dem Vorjahr aus der 1. Amateurliga abgestiegene Traditionsclub Union Böckingen musste gegen Öhringen im Hin- und Rückspiel die Segel streichen (1:2 und 0:1).

Bereits 1974/75 jedoch war Öhringen mit nur 4 Punkten Vorsprung vor dem Abstiegsplatz wieder am Tabellenende anzutreffen, nur um dann wie der sprichwörtliche Phönix aus der Asche in der Saison 1975/76 wieder auf Platz 3 aufzutauchen. Phasenweise spielten die Öhringer gar um den Aufstieg mit, den sich jedoch die SKV Rutesheim im Fotofinish vor der TG Heilbronn sicherte.

Ein Jahr später wiederrum kam der erneute Absturz in den Tabellenkeller. Platz 13 verhieß nichts gutes für die anstehende Liganeuordnung, und Auswärts durfte Öhringen nur einen Sieg bejubeln, ein 3:1 beim SV Freudental.

1977/78 war das letzte Jahr der 2. Amateurliga. Durch die Einführung der Amateur-Oberliga Baden-Württemberg zu Spielzeit 1978/79 wurde auch der Unterbau entsprechend reformiert. Aus der 1. Amateurliga wurde quasi die Verbandsliga, aus den 5 Staffeln der 2. Amateurliga wurden 4 Staffeln der Landesliga, aus der A-Klasse die Bezirksliga usw.
Ein schnöder Klassenerhalt hätte den Öhringern zur Qualifikation für die Landesliga gereicht.
Jedoch - der Sturz ins Bodenlose war eröffnet. Der 16. Platz mit 20-44 Punkten bedeutete den Abstieg in die Bezirksliga Hohenlohe, und diesmal war die Abwesenheit der TSG Öhringen aus überbezirklichen Ligen von längerer Natur.

1978 bis 1992: Durch das finsterste Hohenlohe


Ein trauriger Abschnitt in der Geschichte der TSG Öhringen begann. Während sich Vereine wie Schwäbisch Hall, Union Böckingen und Renningen im Glanz der Verbandsliga spiegelten, TSG Backnang, Rutesheim oder Bad Wimpfen die Fahne der ehemaligen Staffel 2 in der Landesliga hochhielten, dümpelte Öhringen über die Hohenloher Landschaft. Heraus stach dabei nur der 6. September 1981. Ernst Lintner absolvierte da nämlich sein 600. Spiel im Dress der TSG Öhringen, und alle Spieler sogar ohne Platzverweis, wie der Kicker nicht ohne Anerkennung meldete. Seinen ersten Einsatz hatte er am 18. Juli 1965.

Bis 1986/87 dauerte der Aufenthalt in der Bezirksliga Hohenlohe an, dann ging es .... weiter bergab! Zum erstenmal seit 1912 musste die Elf aus Öhringen auf Kreisebene antreten. Zwar gelang in der Kreisliga A 1987/88 postwendend der Aufstieg, doch musste dieser hart erkämpft werden.

1988/89 folgte bereits ein zufriedenstellender 5. Platz in der Bezirksliga, ein Jahr später sprang hinter dem TSV Altenmünster gar der 2. Platz heraus. Gleichzeitig konnte im Juni 1990 mit einem Sieg über TSV Vellberg erneut der Bezirkspokal gewonnen werden.

Nach einem 5. Platz 1990/91 kam der große Sprung nach Oben im Jahr 1991/92. Nach Startschwierigkeiten legte der Club einen erfolgreichen Schlußspurt hin und landete mit Martin Frank, Burkhardt, Endreß, Kurrle, Schmitz, Thomas Sehr, Sommerfeld, Tiedke, Avanidis, Rolf Belz, Rolf Wenninger, Aslanidis, Armin Conrad, Josef Felix, Steffen Treier und Jacobi wieder in der Landesliga Württemberg.

1992 bis 2001: Gastspiele in der Landesliga


Die TSG Öhringen war wieder da und schloss die Landesliga-Saison 1992/93 mit einem zufriedenstellenden 11. Platz ab. Passenderweise verzeichnete der Aufsteiger auch 11 Siege, wobei ein Sieg über den VfR Heilbronn II durch eine Wertung am "grünen Tisch" zustandekam. Das Spielergebnis lautete 1:2, wurde aber wegen Einsatzes eines nicht spielberechtigten Heilbronner Spielers zu Gunsten der Öhringer gewertet.

Auch 1993/94, der letzten Saison mit der Zwei-Punkte-Wertung, brachte die Öhringer auf Platz 11 bei erneut 11 Siegen. Dabei musste man jedoch auch einige böse Schlappen gegen Favoriten einstecken. So Ging die TSG Backnang mit einem 6:0 zurück in die Gerberstadt, und beim SGV Freiberg/Neckar gab es ein 1:7. Unter den Spielern stach Torjäger Josef Felix hervor, der mit 17 der 58 Öhringer Tore auf Platz 7 der Torjägerliste landete.

Alain Sutter 2008 beim Autogramme geben.
1994 in Öhringen fehlte ihm die Zeit dazu.
Foto: Reto Stauffer, www.sportreporter.chCC BY-SA 2.0 de
1994 war es auch, als Öhringen fußballerisch ein wenig weiter bekannt wurde. Am 5. Februar 1994 trafen vor 1.500 Zuschauern der 1. FC Nürnberg und die Stuttgarter Kickers zum Testspiel in Hohenlohe aufeinander. Die Kickers gewannen mit 2:0. Bemerkenswerter war jedoch die Pressekonferenz, bei der Club-Trainer Rainer Zobel in Mißgunst der Öhringer Fans geriet. Der für die Nürnberger auflaufende Schweizer Mittelfeldakteur Alain Sutter hatte den Fußballanhängern Autogramme verweigert, was Zobel ausdrücklich verteidigte: "Erst machen wir unsere Arbeit, danach geben wir Autogramme".

"Danach", das war für Zobel eben erst duschen und Pressekonferenz.


1994/95 jedoch war das 11. Platz-Glück den Öhringern nicht mehr hold, und die TSG stieg erneut in die Bezirksliga Hohenlohe ab.

Dort wäre beinahe der Durchmarsch in die Kreisliga A erfolgt, hätte man sich in der Rückrunde 1995/96 nicht auf seine alten Qualitäten berufen und sich noch einmal auf Platz 6 vorgekämpft.

Bestärkt durch die in der Rückrunde gezeigten Leistungen zog man mit Optimismus und Selbstbewusstsein in die Saison 1996/97. Nichts Geringeres als die Rückkehr in die Landesliga hatten sich die Öhringer auf ihr rot-weißes Panier geschrieben. Und tatsächlich: nach einem durchwachsenen Saisonbeginn verabschiedete sich die TSG mit einem 5:0 bei der SpVgg Gröningen-Satteldorf am 1. Juni 1997 aus der Bezirksliga. Der Vorsprung zum Vizemeister TSV Niedernhall betrug 8 Punkte. Da verschmerzten die Öhringer gerne das Ausscheiden im Halbfinale des Bezirkspokals. Dort behielt der TSV Gerabronn die Oberhand.

 Am 25. August 1997 konnten die Öhringer Fußballfans wieder ein Heimspiel in der Landesliga erleben. Der Auftakt hingegen blieb gegen die SG Sonnenhof Großaspach mit 3:4 unter den Erwartungen, aber danach rappelte sich die Mannschaft auf, und mit einem 2:1-Auswärtssieg am 8. Spieltag beim TSV Schwieberdingen übernahm Öhringen sensationell die Tabellenspitze. Zu Saisonende sprang nur der 11. Platz heraus, doch die Mannschaft überzeugte vollauf und Fans und Vereinsführung konnten mit der Arbeit von Trainer Andreas Jankowski zufrieden sein. Durchschnittlich 241 Zuschauer verfolgten die Heimspiele, und Sasa Bjelic trug sich mit 11 der 55 TSG-Treffer in die Torschützenlisten ein.


1998 feierte man sowohl 150 Jahre TSG Öhringen als auch 90 Jahre Fußball in Öhringen. Anlaß genug, das Vereinswappen zu überarbeiten, wie man es heute noch kennt.

1998/99 schloß die TSG Öhringen mit einem hervorragenden 4. Platz ab. 54 Punkte und 70:43 Tore konnten die durchschnittlich 323 Zuschauer bejubeln - nur Meister SGV Freiberg hatte mehr Zuschauer. Mit 13 Treffern landete Goalgetter Sasa Bjelic zudem auf Platz 5 der Torjägerliste. Einen spektakulären Auswärtssieg feierten die Rot-Weißen übrigens bei der SG Sonnenhof Großaspach, die mit 2:1 im Fautenhau bezwungen wurde was wesentlich dazu beitrug, den Aspachern die Meistersuppe zu verderben.

Jenseits von gut und böse beendete man die letzte Fußballsaison des 20. Jahrhunderts. Platz 6 1999/2000 war ein zufriedenstellendes Ergebnis, und die Öhringer schienen sich endgültig in der Landesliga etabliert zu haben. Erstmals hatte man allerdings einen Zuschauerrückgang zu verzeichnen (207), die meisten (500) sahen die 1:2-Niederlage gegen Großaspach.

Mit Trainer Andreas Jankowski ging es auch in die Saison 2000/01, doch diesmal blieb der TSG der Gang in die Bezirksliga nicht erspart. Mit einem Punkt Rückstand auf die SG Schorndorf hieß es Abschied nehmen, da half auch der 5:0-Auswärtssieg am letzten Spieltag beim TV Oeffingen nichts, der nur von 70 Zuschauern verfolgt wurde. Schorndorf gewann zeitgleich 4:0 bei Viktoria Backnang und rettete sich. Schwacher Trost: erstmals seit dem Wiederaufstieg in die Landesliga scheiterte man nicht in der 1. Runde des WFV-Pokals. Nach Siegen beim SC Korb (2:1), Daheim gegen VfL Brackenheim (2:1), im Laichle beim TSB Schwäbisch Gmünd (1:0) erreichte man das Achtelfinale. Dort war allerdings Endstation. Der VfR Aalen erwies sich vor eigenem Publikum am 1. November 2000 als zu stark und eilte mit 5:3 fort zu seinem späteren Pokalsieg.

2001 bis 2009: Warten auf den Aufstieg


Der Neustart in der Bezirksliga Hohenlohe erwies sich als zäh. 2001/02 stand zwar Platz 3 zu buche, allerdings betrug selbst der Abstand zu Vizemeister Tura Untermünkheim bereits 12 Punkte, von Meister SC Michelbach gar nicht erst zu reden.

Auch 2002/03 sah es nicht anders aus. Öhringen belegte zwar den 3. Platz der Bezirksliga, blieb aber mit 24 Punkten hinter Meister Gröningen-Satteldorf deutlich auf der Strecke. Ein Lichtblick setzte wenigstens Ralf Deininger, der mit 27 Treffern Platz 2 der Torjägerliste besetzte. Deininger war es auch, der am 29. Mai 2003 vor 1.300 Zuschauern in Untermünkheim mit seinen beiden Treffern in der 55. und 68. Minute gegen TSV Gerabronn den Bezirkspokal sicherte.

Als Vizemeister 2003/04 hinter Tura Untermünkheim erhielten die Rot-Weißen endlich die Möglichkeit, das Projekt Landesliga wieder in Angriff zu nehmen. Am 10. Juni 2004 traf man in Bühlerzell auf den Vizemeister der Bezirksliga Rems-Murr, musste sich aber nach Verlängerung dem SV Remshalden mit 2:3 geschlagen geben. Bemerkenswert an dieser Saison war die 1:8-Auswärtsniederlage bei der 2. Mannschaft des TSV Crailsheim.
Im WFV-Pokal, zu dem man sich als Bezirkspokalsieger qualifiziert hatte, schlug man sich mit 3:4 durchaus achtbar gegen den FC Heilbronn 96/07, zudem verteidigte man mit einem 3:1 gegen den TSV Michelbach/Bilz erfolgreich seinen Bezirkspokaltitel.

Ein durchwachsener 6. Platz vor durchschnittlich 89 Zuschauern folgte in der Saison 2004/05. Diese mußten gar eine 0:8-Schlappe im eigenen Feld gegen die Sportfreunde Schwäbisch Hall erleben. Im Gegenzug versäumten die Zuhause gebliebenen spektakuläre Heimsiege über SSV Stimpfach (5:0), Sportfreunde Bühlerzell (7:2) und gegen FC Creglingen (6:2).

2005/06 nahm Öhringen erneut Anlauf in Richtung Landesliga, musste sich aber am Ende mit einem beachtlichen 3. Platz gedulden. Mit 7:0 vom TSG Bretzfeld und 6:1 von der TSG Kirchberg kehrten die Rot-Weißen auch von Auswärtsspielen mit schußfreudigen Ergebnissen zurück, Mathias Schaser erzielte alleine 24 der 81 TSG-Treffer. Trainer Heiko Ostheimer konnte wahrlich zufrieden sein.

Nachfolger Wolfgang Guja konnte 2006/07 nur den 4. Platz für die TSG Öhringen vorweisen. Immerhin: die TSG wies die zweitbeste Auswärtsbilanz auf, der alte Bekannte TSV Gerabronn wurde auf seinem eigenen Platz mit 6:0 geschlagen, die Eisenbahner des ESV Crailsheim gar mit 8:0. Mit dieser Auswärtsbilanz konnte man durchaus für die Zukunft hoffen.

Die Saison 2007/08 begann mit guten Vorzeichen für die nun von Jochen Sailer trainierte Elf: am 4. August 2007 kegelte der Bezirksligist den Verbandsligsten SpVgg 07 Ludwigsburg mit 3:2 aus der 1. Runde des WFV-Pokals, für den man sich als Bezirkspokalfinalist qualifiziert hatte! Landesligist TSV Crailsheim II folgte mit einem 3:0 vier Tage später in Runde Zwo, und auch Verbandsligist TSF Ditzingen mußte in der 3. Runde am 11. August 2007 mit 1:0 die Segel streichen. Bezirksligist Öhringen stand im Achtelfinale und beugte sich dort dem Oberligisten TSV Crailsheim erst in der Verlängerung mit 2:4 (29. August 2007). Diese Pokalspiele im August sind um so beachtlicher, da Öhringen dazwischen auch noch im Bezirkspokal antrat: 15. August 6:0 gegen den TSV Michelbach/Bilz und im Achtelfinale am 22. August noch ein 2:1 beim TSV Mulfingen. Um die Pokalsache abzukürzen: die TSG erreichte auch das Finale in Altenmünster, unterlag aber am 08.06.2008 den Spfr./DJK Bühlerzell mit 0:2.

In der Bezirksliga hätte dann somit wohl alles auf Aufstieg stehen können. Jedoch: Wieder landete die TSG Öhringen mit deutlichem Rückstand nur auf Platz 4.

2008/09 fertigte die TSG im WFV-Pokal in der 1. Runde zunächst Verbandsligist Ditzingen mit 3:1 ab, scheiterte aber dann bereits in Runde 2 am Verbandsligisten SKV Rutesheim mit 1:2. Wesentlich wichtiger hingegen war für die TSG Öhringen der lange ersehnte Meistertitel in der Bezirksliga Hohenlohe und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesliga Staffel 1. Im Schlußspurt kam man den Spfr./DJK Bühlerzell quasi ein "Muggaseggele" zum Meisterlorbeer voraus, und Cheftrainer Jochen Sailer machte den lang gehegten Traum endlich möglich. Mit einem 11:0 über den TSV Gerabronn feierte man zudem einen der höchsten Heimsiege der jüngeren TSG-Geschichte.

Seit 2009: Der Weg in die Verbandsliga


Lehrjahre, so weiß der nie um Wortspiele verlegene Volksmund, sind keine Herrenjahre. Öhringen schloß mit Trainer Sailer die Landesliga-Saison 2009/10 mit dem ersten Nichtabstiegsplatz ab, ließ aber die Absteiger deutlich hinter sich. Auch sonst konnte sich die Bilanz sehen lassen. Abgesehen von einem 0:7-Debakel beim SV Fellbach konnte der kecke Aufsteiger auch bei Spitzenteams auswärts achtbare Ergebnisse erzielen, schlug man daheim den späteren Tabellendritten Ingersheim mit 6:1, stellte die TSG mit Alexander Elli den Torschützenkönig der Liga.

Auf Coach Sailer folgte der Co-Trainer Michael Carle im Duett mit Martin Weiß auf die Cheftrainerbank. Unter dem Trainerduett schloss Öhringen die Saison 2010/11 mit einer ausgeglichenen Bilanz von 47:47 Toren und 47 Punkten auf Platz 7 ab.

Am Ende der Saison 2011/12 zeigten die Rot-Weißen aus Hohenlohe, was sportlich alles möglich ist. Platz 5 mit Tuchfühlung nach Oben und einer Torbilanz von 83:48 ließ erstmals erkennen, was am Pfaffenmühlenweg alles möglich ist. Mit 30 Toren in 31 Spielen krönte sich zudem Volkan Demir zum Torschützenkönig der Saison, nur mit durchschnittlich 133 Zuschauern dümpelte man im Keller herum.

Die Vereinsführung setzte auch für 2012/13 das Vertrauen in Trainer Martin Weiß. Der Club mußte jedoch den Weggang von Demir zur Neckarsulmer Sport-Union verschmerzen und wäre als Tabellenzwölfter beinahe noch abgestiegen. In der Relegation gegen den Bezirksligazweiten FC Union Heilbronn brauchten die TSG'ler vor 2.300 Zuschauern in Schwäbisch Hall die Verlängerung, um sich den Verbleib in der Landesliga zu sichern. Bis zur 83. Minute lag man mit 1:2 zurück, ehe Samuel Helming erst die Verlängerung und dann Andrey Nagumanov und Julian Schiffmann beim Nachsitzen den Todesstoß für den Herausforderer aus dem Unterland besiegelten.

2013/14 hingegen war es nicht zu vermeiden: Öhringen stieg wieder in die Bezirksliga ab! Mit nur 19 Punkten und 35:89 Toren war schlicht kein Staat zu machen, und sogar gegen Ex-Verbandsligist und Punktelieferant Hellas Bietigheim war man die einzige Mannschaft der Liga, die dort einen Punkt abgeben musste (1:1). Mit 43 Zuschauern beim Spiel gegen den FV Löchgau verzeichnete man gar einen der schlechtesten Besuche der Saison - nur Bietigheim gegen Untermünkheim hatte noch weniger angelockt.

Auf ein Neues also in der Bezirksliga mit Trainer Marius Müller, der im Januar 2014 das Amt übernahm. Dort blieb man jedoch 2014/15 trotz Aufholjagd zu Saisonende mit einem Punkt Rückstand zunächst hinter Meister SpVgg Gröningen-Satteldorf zurück. Bei den Relegationsspielen der Bezirksliga-Vizemeister scheiterte man bereits in Durchgang Eins an Hellas Bietigheim mit 0:3. Aus der Traum von der Landesliga. Als Ausgleich hielt man sich im Bezirkspokal gütlich und siegte im Endspiel vor 1.400 Zuschauer über Meister Gröningen-Satteldorf mit 3:1.

2015/16 dann schließlich die ersehnte Rückkehr in die Landesliga.Mit 11 Punkten Vorsprung vor Vizemeister TSV Pfedelbach und nur einer einzigen Niederlage, einem 0:1 vor eigenem Publikum gegen SG Sindringen/Ernsbach, zeigte die TSG Öhringen, wo der Hohenloher den Most holt.

Doch damit nicht genug! Den Öhringer gelang 2016/17 der direkte Durchmarsch in die Verbandsliga Württemberg, womit sie nach 69 Jahren wieder in der obersten württembergischen Spielklasse angekommen sind. Den Mannen um Marius Müller gelang die mit nur 3 Punkten Vorsprung und einem sparsamen Torverhältnis von 49:35 Toren. Zum Vergleich: Vizemeister SKV Rutesheim erzielte 82:43 Treffer.

Wie geht das Abenteuer der TSG Öhringen weiter? Wie es auch fortgehen mag, meine Daumen sind für den Club gedrückt. Abgesehen natürlich am Samstag, den 9. September 2017: dann wird die TSG Öhringen nach 25.136 Tagen oder schlicht 68 Jahren und 299 Tagen wieder zu einem Punktspiel im Schwerzer antreten.


Steckbrief

Turn- und Sportgemeinde Öhringen 1848 e.V.
Gegründet: 1. Januar 1934
Vereinsfarben: Rot-Weiß
Stadion: Otto-Meister-Stadion, Pfaffenmühlenweg (3.500 Plätze)
Sportarten: 26




Erfolge
Meister Landesliga 2017
Meister Bezirksliga 1947, 1950, 1960, 1967, 1972, 1992, 1997, 2009, 2016
Bezirkspokalsieger 1960, 1966, 1990, 2003, 2004, 2007, 2015
Endspiel WFV-Pokal 1951

Bilanz der letzten Jahre:


SaisonLigaPlatzPkt.T+
T-Zusch.WFV-PokalTorjäger
2016/17Landesliga1. Platz5949:34166AchtelfinaleAlexander Overcenko (11 T./13. Pl.)
2015/16Bezirksliga1. Platz7975:16k.A.1. RundeDaniel Alankus (16 T./8. Pl.)
2014/15Bezirksliga2. Platz6966:21k.A.k.T.Manuel Martinez (18 T./4. Pl.)
2013/14Landesliga15. Platz1935:891151. RundeManuel Martinez (10 T./21. Pl.)
2012/13Landesliga12. Platz3656:661162. RundeAndrey Nagumanov (12 T./14. Pl.)
2011/12Landesliga5. Platz5683:481333. RundeVolkan Demir (30 T./1. Pl.)
2010/11Landesliga7. Platz4747:471591. RundeJoachim Sauermann (10 T./16. Pl.)
2009/10Landesliga13. Platz3555:701892. RundeAlexander Elli (24 T./1. Pl.)
2008/09Bezirksliga1. Platz7785:35k.A.2. RundeJoachim Sauermann (29 T./4. Pl.)
2007/08Bezirksliga4. Platz5173:34k.A.AchtelfinaleJoachim Sauermann (19 T./6. Pl.)
2006/07Bezirksliga4. Platz5777:36150k.T.Joachim Sauermann (22 T./3. Pl.)
2005/06Bezirksliga3. Platz6281:36114k.T.Mathias Schaser (24 T./4. Pl.)